Offener Brief an den Rat der Stadt Flensburg

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Offener Brief an den Rat der Stadt Flensburg

Beitragvon lissamona » So 17. Jul 2011, 10:05

Offener Brief an den Rat der Stadt Flensburg

IG-Ostufer, Flensburg
Flensburg, 12. Juli 2011

An die Fraktionen im Rat der Stadt Flensburg:
WIF, SSW, CDU, SPD, FDP, Bündnis 90-die Grünen,Akopol, Die Linke und den
Oberbürgermeister.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Auch zum diesjährigen Dampfrundum, am 8. - 10. Juli, war die Bürgerinitiative IG-Ostufer
wieder mit einem Stand am Hafen vertreten, um die Bürger über das verheerende Vorhaben der Stadt,
am Ostufer weitere Luxuswohnungen zu errichten, zu informieren.
Jetzt, wo sich der große Baukomplex “Klarschiff"durch Bauzaun und hohes Baugerät
abzeichnet und Flensburgern und Besuchern vor Augen führt, was diese "Landnahme"
bedeutet, werden Empörung und Ablehnung lauter denn je.
Allen wird klar, wie der Bau die beliebte Flaniermeile am Ostufer so beschädigt, dass von diesem einmaligen Ort so
gut wie nichts mehr übrigbleibt.
Man ist entsetzt über die Flensburger Rathauspolitiker, die diesen für die weitere Stadtentwicklung so bedeutsamen Hafenabschnitt ohne ernsthafte Prüfung einer Alternative privaten Investoren ( zum Schnäppchenpreis!!) überläßt.
.
Das Versprechen der Stadt und der Investoren, dass der Hafenbesucher doch gar nicht vermissen werde und vor dem
Gebäude doch weitergehen könne (wohin?), wirkt da schon eher tragisch-komisch.

Mit dem Verkauf dieses Uferstückes wurde die einmalige Chance, unsere Stadt durch eine bürgerfreundliche Gestaltung des Ufers touristisch ganz nach vorne zu bringen wurde durch Leichtfertigkeit und fehlende Vorstellungskraft zur Gestaltung unserer Stadt schlicht vertan. AlleAnregungen von Bürgern, Besuchern, Stadtdenkern, kompetenten Persönlichkeiten und der Bürgerinitiative IG-Ostufer brachten die Politik nicht von ihrem verheerenden Fehler ab.

Die IG Ostufer sammelte über 12700 Stimmen gegen eine solche kolossale Bebauung des Ostufers. Sie erhielt damit mehr Stimmen als jede Partei zur Kommunalwahl 2008, wo die stärkste Fraktion in Flensburg, WIF, 6498 Stimmen auf sich vereinigte.
Eine Bürgerbefragung, wie von der IG-Ostufer gefordert, hätte die Enteignung und Zerstörung des Ostufers verhindert. Deshalb unterstützen wir die Volksinitiative des Landesverbandes " Mehr Demokratie ev." die eine größere Beteiligung der Bürger bei entscheidenden kommunalen Bauprojekten fordert. Wir sammelten dafür rund 470 Unterschriften und nahmen eine Welle der Sympathie für unseren Einsatz entgegen.

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Stadt durch diesen Eingriff in ein weitgehend natürlich erhaltenes Ufer im Herzen unserer Heimatstadt sind noch nicht abzusehen.
Eines steht jetzt schon fest: Flensburg hat sich ärmer gemacht.

ReinhardThomas


So ganz nebenbei:
Mit dem Bau von "Klarschiff" bleibt auch eines der großen Vorhaben der Stadt, die Renaturierung des Lautrupsbaches, der im Bereich Lautrupsbachtal und östliche Altstadt aufwendig und sehr gelungen wieder ein natürliches Bett erhielt, unvollendet.(Die Renaturierungsmaßnahme erhielt mehrere Preise!)
Durch den Bau von" Klarschiff" wird es keine natürliche Einmündung in den Hafen geben. Der wunderschöne Bach wird wohl für Generationen ein unterirdisches Dasein führen müssen, denn nach den Plänen der Investoren, für die sich die Öffung des Baches sicherlich nicht rechnete, wird er weiterhin verrohrt unter dem Gebäude durchführen und unter Wasser in den Hafen einmünden.
Auch hier hat die Stadt eine Jahrhundertchance vertan, dem Ostufer sein natürliches Gepräge zurückzugeben.( Bis zum Bau des damaligen Kleinbahnhofes, ca 1890, floß der Lautrupsbach offen in den Hafen)
Zumindest diese Kleinigkeit hätte man den Investoren wohl als Gegenleistung für das einmalige Sahnegrundstück abverlangen können. In unserer Stadtverwaltung fehlt es offensichtlich an Planern, die sich durchsetzen können.
Alles in allem: Kollektives Versagen von Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit.
lissamona
 
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Re: Offener Brief an den Rat der Stadt Flensburg

Beitragvon Fischer » Do 21. Jul 2011, 07:25

Hallo Reinhard,

leider kann ich nur feststellen, dass es der Verwaltung und Ratsversammlung in Flensburg nicht darum geht, das für den Bürger wirklich wünschenswerte zu sichern. Über 12.000 Unterschriften gegen diese Kollosalbebauung zuzüglich der Mitbürger, die ebenfalls dagegen sind, aber ihre Unterschrift nicht abgegeben haben oder abgeben konnten, sprechen doch eigentlich eine deutliche Sprache.

Erneut sehen wir die Einstellung in Flensburg, die Verwaltung will gegen jeden Bürgerwillen und gegen jede Vernunft in Fahrensodde eine Wohnbebauung durchsetzen. Natürlich nicht für den sog. "kleinen Mann". Nein, es muss exklusiv und entsprechend teuer werden - s. die in Flensburg leerstehenden Luxusimmobilien.

Was ist denn aus den von unserem Ex-OB - der von allen so hochgelobt und bejubelt wurde (oder war das nur das Gefühl, endlich sind wir ihn los) vorangetriebenen Objekten geworden? Klarschiff ist klar - aber wie weit hat er sich daran beteiligt. Campusbad musste mit Gewalt von der Ratsversammlung durchgepeitscht werden, bevor die WiF im Rat vertreten war. Heute deutet sich an, dass die Fördelandtherme in Glücksburg faktisch pleite ist. Klar, 2 Erlebnisbäder in dieser Region sind nicht tragbar oder müssen von den Steuerzahlern subventioniert werden. Und zwar von allen, nicht nur von den Badbenutzern. Das bei leeren Kassen. Hierbei habe ich das Gefühl, dass die Verschuldung der Stadt Flensburg gerade in der Zeit unseres EX überproportional gestiegen ist.

Oder das so dringend benötigte Tagungshotel. Man hört nichts mehr. Was wird dort hinter verschlossenen Türen und versteckt schon in Verwaltung und Rat gemauschelt? Wann werden wir hier vor vollendete Tatsachen gestellt?

Dabei steht uns doch in idealer Lage mit der Möglichkeit, in fast jeder gewünschter Größe zu bauen, ein Gelände in Flensburg zur Verfügung. Das alte Hallenbad liegt (fast) im Zentrum Flensburgs. Direkt am Bahnhof. Kann, bei ev. Verlegung der Straßenführung, sich in Richtung Bahnhof ausdehnen. Tagunsräume für 1.000 oder mehr Gäste können geschaffen werden (nicht wie im s.Z. am Ostufer geplanten Hotel, das nicht einmal Räumlichkeiten für 100 Tagungsgäste bieten konnte - soweit ich mich an die Baupläne erinnere).

Direkte Transportbänder (s. Flughäfen) können für die vom Bahnhof kommenden Gäste überdacht angelegt werden. Sauna- und Badelandschaften, Spa und wie das alles heißt, können ggf. unter Nutzung des alten Bades geschaffen werden. Kurz, wenn gewollt, kann hier ein Hotel mit allen Möglichkeiten gebaut werden. Aber wird es denn wirklich benötigt? Für eine seltene Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren? Gibt es den Bedarf wirklich für ein richtiges Tagungshotel mit großer Gäste- und Versammlungskapazität? Oder war das s. Z. alles nur vorgeschoben um für den Hotelbau am Ostufer zu werben?

Also, verehrte Ratsversammlung, ihr seid von uns Bürgern gewählt. Macht etwas für Bürger. Nimmt die Vorschläge der Vereine und Wirtschaft in Fahrensodde ernst und lasst den Unsinn mit der Wohnbebauung.

Fragt die Bürger vorher, was sie von Vorschlägen halten und beachtet den Bürgerwillen. Macht öffentlich, was an der Harniskaispitze passieren soll. Dem Tageblatt hab ich entnommen, dass dort die Ansiedlung eines größeren Arbeitgebers geplant ist, der ca. 40 Arbeitsplätze schaffen soll - leider bei gleichzeitiger Vernichtung der vorhanden Arbeitsplätze für das vorhandene Gewerbe. Wieviele Arbeitsplätze werden also wirklich als + dabei herauskommen?

Und, so habe ich gehört (Gerüchte machen schnell die Runde, es ist aber immer ein Funken Wahrheit dabei), ist dieser geplante Arbeitgeber nicht der Käufer oder Mieter dieses Geländes. Das soll wohl von einer Investitionsgesellschaft gekauft oder gepachtet werden, die dann dort - ich vermute - etwas ganz anderes plant? - aber das darf natürlich nicht bekannt werden.

Sie sehen also, liebe Volksvertreter und Verwaltung, es gibt unendliche Fragen, für die Ihr uns die Antwort verheimlicht. Macht das öffentlich.

Wir sind das Volk und wir sind Eure Arbeitgeber!!!

Rudi Freundlich
Fischer
 
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